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Gute Argumente gegen MSC

18 Sep 2019

Unsere Meinung: Der MSC sollte Einsicht und Verständnis zeigen und den Plan des Übungsgeländes an dieser Stelle aufgeben.

 

 

Die Gesamtlärmbelastung steigt

 

Da die lokale SZ in Ihrem Artikel zur Sitzung des Bau- und Umweltausschusses vom 19.8.2019 nur von „zwei Polemikern“ bei der Wählergemeinschaft Pro-Kaki gesprochen hat, folgen nun ein paar schriftliche Präzisierungen, die neutralen Beobachtern eigentlich zeigen müssten, dass der Wählergemeinschaft durchaus an dem Vortragen von Sachargumenten gelegen ist.

 

 

Thema Lärm

 

Der Lärm des MSC-Übungsgeländes ist rechtlich nach der TA Lärm zu bewerten, sagte der Gutachter Herr Daudert vom Büro ALN. Es werde nur der von den Motorrädern ausgehende Lärm berechnet. Die jeweils prognostizierten vierstündigen Übungswerte (Mittwoch 16-20 Uhr, Samstag 13-17 Uhr) werden über einen 16-Stunden-Zeitraum gemittelt. Der sich so ergebende Wert ist für die rechtliche Beurteilung maßgebend.

Der von der Autobahn ausgehende Verkehrslärm spielt bei dieser Betrachtung keine Rolle. Individuell spielt er eine große Rolle, denn die Bürger leiden unter der Autobahn. Physikalisch überlagern und verstärken sich die beiden Lärmquellen und der Gesamtlärm erhöht sich.

In der BUA-Sitzung wurde durch die Nachfrage von Pro-Kaki deutlich, dass sich der emittierte (also der an der Quelle produzierte) Wert um 3 dB erhöht, wenn zwei inkohärente, gleichstarke Lärmquellen an etwa demselben Standort existieren. Das wäre hier wohl der Fall, zumindest mittwochs und samstags. Wenn aber mehr Lärm produziert wird, so kommt auch mehr Lärm an. Das befürchten die Bürger gefühlsmäßig, unseren Recherchen nach ist das auch wissenschaftlich begründet und wurde durch die Messungen bestätigt.

 

Die Hörprobe war von der FDP gut gedacht, als Hilfestellung bei der Entscheidungsfindung. Leider hat sie diese Funktion nicht erfüllt, weil die realen Übungsbedingungen nicht herstellbar waren, obwohl sich die Beteiligten von Stadt und MSC Mühe gegeben haben. Im Übrigen war die Hörprobe statistisch ein einzelnes Ereignis, welches wissenschaftlich nicht zur Grundlage für eine Entscheidung extrapoliert werden kann.

 

Da wir die Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt nicht freiwillig noch mehr Lärm aussetzen wollen, werden wir der Flächennutzungsplanänderung nicht zustimmen.

Im Übrigen haben wir unsere Meinung seit dem Aufstellungsbeschluss im November 2017 nicht geändert. Nur haben wir damals das berechtigte Interesse des MSC anerkannt, auch eine Übungsanlage im Stadtgebiet nutzen zu können, so wie viele andere Vereine auch. Aber wir waren skeptisch beim Thema Lärm, erwarteten jedoch eine Klärung im F-Plan-Verfahren und haben deswegen dafür gestimmt. Das offizielle Verfahren der Bauleitplanung hat in unserer Fraktion zu einer sachlich fundierten Meinungsbildung beigetragen. So soll Demokratie im besten Sinne funktionieren. Wir wissen nicht, was daran polemisch sein soll.

 

Thema Waldumwandlung

 

Die einzig sichere Erkenntnis seit dem Aufstellungsbeschluss 2017 ist, dass die Flurstücke 4/1 und 5/1 (Karte) als Wald ausgewiesen sind und ganz oder teilweise durch adäquate Ausgleichsflächen ersetzt werden müssten.

 

Den Umfang des Ausgleichs bestimmen das Nutzungskonzept und die anzuwendenden Vorschriften. Die Kosten für den Erwerb der Ausgleichsflächen sind nicht beziffert, der Ort ist nicht genannt.

Die Untere Forstbehörde geht bisher vom Nutzungskonzept des MSC vom 5.5.2017 aus. Dieses sieht die gesamte Nutzung des hinteren Flurstücks 5/1 vor, außerdem drei Schneisen von 20 Meter Breite im Flurstück 4/1. Das ergibt mit den angegebenen Bewertungsfaktoren (1:2 für 4/1; 1:1 für 5/1) eine Ausgleichsfläche von 4,248 ha. Diese Flächenberechnung muss angepasst werden, weil der MSC das Nutzungskonzept zwischenzeitlich geändert hat. Jedenfalls wurde auf der BUA-Sitzung am 20.5.2019 (Feuerwache) ein anderer Plan vorgestellt, als der, der jetzt Grundlage der Stellungnahme des Försters Thomann ist.

 

Wir fragen uns auch, ob die vier Restflächen (im eingereichten Konzept) noch wirklich als Wald für die dort lebenden Tiere nutzbar wären und so bezeichnet werden können, wenn alle 3-4 Tage das große Verstecken angesagt ist. Die Untere Naturschutzbehörde hat bisher das Einvernehmen zu einer erforderlichen Waldumwandlung nicht in Aussicht gestellt.

 

Insgesamt beziehen sich viele Aussagen im Schreiben der Unteren Forstbehörde auf die Angaben des MSC zum Nutzungskonzept, so dass es unseres Erachtens nach zwingend erforderlich ist, das Nutzungskonzept (besser noch den Entwurf des abgestimmten Nutzungsvertrages) an die Entwurfsunterlagen anzuhängen.

 

Es wurde mündlich von Seiten des Bürgermeisters und des MSC gesagt, dass die Waldflächen im Verhältnis 1:2 oder sogar 1:3 ersetzt würden. Wir würden also viel mehr Wald schaffen als wir an der Örtlichkeit des Übungsgeländes aufgeben. Wir können das aus dem Schreiben der Unteren Forstbehörde nicht erkennen. Im Gegenteil, ein ganzer Wald wird nur 1:1 ersetzt, bei einem zerstückelten Wald werden nur die Schneisen ersetzt, diese dann allerdings 1:2. Eine alternative Gesamtbetrachtung sähe wie folgt aus: Die Flurstücke 4/1 und 5/1 umfassen 57.860 m², ersetzt werden aber nur 42.480 m². Da kann man schon den Eindruck gewinnen, dass beschönigend argumentiert wird.

 

Insgesamt erscheint es uns, milde ausgedrückt, nicht logisch, dass ein Wald aufgegeben wird, der vor 24 Jahren neu angepflanzt wurde, um einen neuen Wald zu pflanzen.

 

Thema Kosten

 

Nicht nur die Planungskosten in Höhe von 75.000 € fallen an. Auch die Folgekosten für den Erwerb der Ausgleichsfläche, ca. 230.000 €, sowie für die nicht förderfähige Ersatzaufforstung, sollten ebenso wie die Lage der Ausgleichsfläche angegeben werden. Die Stadtvertretung muss entscheiden, ob sie zu Lasten von Lärm und Klima diese Kosten tragen will, möglicherweise fallen auch noch weitere Kosten für den Zaun an.

 

Unsere Meinung: Der MSC sollte Einsicht und Verständnis zeigen und den Plan des Übungsgeländes an dieser Stelle aufgeben.

 

 

 

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