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Wald und Aufforstung

Reinhard Bundschuh (von links) von der Kaltenkirchener Initiative "Pro Kaki" konnte Revierförster Jan Racz aus Winsen als Referenten zum Thema "Ausverkauf des Waldes" gewinnen. Foto isa


Landeswald darf nicht verkauft werden


Pläne der Landesregierung stießen
in Kaltenkirchen auf Ablehnung

Von Isabelle Pantel

Kaltenkirchen - „Ich ging im Walde so für mich hin, und nichts zu suchen, das war mein Sinn." Mit solch Waldspaziergängen, wie einst von Goethe in Versform besungen, könnte ss in Schleswig-Holstein bald sin jähes Ende haben. Grund dafür sind die Pläne der Landesregierung, die Staatsforste zu verkaufen. Die Kaltenkirchener Bürgerinitiative Pro-Kaki wehrt sich gegen die Entwürfe. Im Rahmen eines Vortrags zum Thema „Ausverkauf des Waldes" ließen sich rund 20 Vereinsmitglieder von Revierförster Jan Racz aus Winsen über die möglichen Konsequenzen der Privatisierung aufklären. Die Veranstaltung fand im Kaltenkirchener Bürgerhaus statt.

Circa 50 000 Hektar, rund 50 Prozent des schleswig-holsteinischen Waldes, gehören dem Land. Aufgrund der kritischen Haushaltslage überlegt die Landes- regierung nun, diese Flächen zu verkaufen oder zu einer vornehmlich privatwirtschaftlich organisierten Betriebsform umzugestalten.
Auch eine etwaige Verpachtung ist im Gespräch. Dadurch will die Regierung jährlich etwa 9 Millionen Euro einsparen, die bisher als Zuschüsse in die Forstwirtschaft fließen. Im Fall eines Verkaufs wird mit einem Erlös von 250 bis 750 Millionen Euro gerechnet. Allerdings macht sich inzwischen wachsender parlamentarischer Widerstand gegen die Pläne breit.

Sollte der Landeswald verkauft werden, so wären davon auch der Schmalfelder und Winsener Wohld, die Heeder Tannen sowie das Gehege Endern betroffen.

„Bisher hat noch kein Bundesland in Erwägung gezogen, den Staatswald zu veräußern. Sollten die Pläne umgesetzt werden, so würde das bedeuten, dass die betroffenen Wälder für alle Zeiten als Volksvermögen verloren gingen", meinte Jan Racz in seinem Vortrag.

Privatwaldbesitzer sind in erster Linie der Ökonomie verpflichtet. „Wenn eine Forstverwaltung unter den Zwang der Wirtschaftlichkeit gerät, kann sie nicht mehr ökologisch sein", betonte der Revierförster. Das würde bedeuten, dass Umweltschutz, Waldpädagogik und Erholungsnutzen nur noch im engen, gesetzlich vorgegebenen Maße stattfinden würden, so Racz. Eine mögliche Verpachtung hält der Förster ebenfalls nicht für eine Lösung. „Ein Pächter ist nicht am Erhalt des Waldes interessiert. Ihm kommt es darauf an, den Rahmen auszureizen, so weit wie es nur geht", sagte Jan Racz.

Die Pro-Kaki-Mitglieder diskutierten darüber, wie dem Verkauf der Wälder entgegenzuwirken sei. Es wurde vorgeschlagen, gegebenenfalls auf einen Volksentscheid hinzuarbeiten. Um den Landeshaushalt zu entlasten, sollten Waldpatenschaften vergeben werden.

Pro-Kaki befasst sich mit dem Thema „Ausverkauf des Waldes" nicht nur theoretisch. Die Mitglieder sind bereits aktiv geworden - zusammen mit 16 weiteren Initiativen, darunter dem Naturschutzbund Deutschland (NABU), dem Bund Deutscher Forstleute (BDF) und der World Wide Fund For Nature (WWF). Die Organisationen haben einen Brief verfasst, der dem schleswig-holsteinischen Ministerpräsidenten Peter Harry Carstensen Mitte Juni übergeben werden soll.

SEGEBERGER ZEITUNG 24.05.2006

 

Landeswald wird wohl doch nicht verkauft
KIEL − Ein Verkauf des Landeswaldes in Schleswig-Holstein ist so gut wie vom Tisch. Die SPD stellte gestern im Landtag klar, dass sie die 343 Wälder (50 350 Hektar) um keinen Preis veräußern will. Die CDU ist noch gespalten. FDP und SSW lehnen den Waldverkauf ab, die Grünen planen sogar eine Volksinitiative. Hinter den Kulissen suchen SPD und CDU bereits eifrig nach einem abgespeckten Sparmodell. So könnte die Forstverwaltung in eine Anstalt öffentlichen Rechts oder eine gemeinnützige GmbH umgewandelt werden. In eine solche GmbH könnte auch ein privater Gesellschafter einsteigen. Das Interessen- bekundungsverfahren endet am 22. September, wobei auch weiterhin Kaufangebote für den gesamten Wald angenommen werden. (ubi)

Hamburger Abendblatt vom 15.09.2006

Bündnis Wald

Aufforstung

Unter Federführung der großrn Umweltverbände ist ein
" Bündnis Wald "gebildet worden.
Pro-Kaki ist diesem Bündnis beigetreten und unterstützt
den Aufruf an den Ministerpräsidenten.
Hier der Wortlaut:
buendniswaldlandeswald1.pdf [975 KB]

 

Ausverkauf des Waldes

Unsere Staatsforste sollen privatisiert werden.
Wurden die Eigentümer, also die Bevölkerung gefragt, ob wir verkaufen möchten?
Privatisieren hat doch meistens damit zu tun, Nutzen und Gewinn für die Investoren zu optimieren. Erleben wir nun den Beginn des Ausverkaufs zum Schaden der bisherigen Besitzer?
Und wie geht es dabei dem Wald?
Wir wissen von dem weltweiten Raubbau an den Wäldern aller Klimazonen, lesen von Boden zerstörenden Monokulturen von schnell wachsenden Eukalyptus- und Kiefernwaldungen für die Zellulose/Papier- und Spanplattenproduktion.
Das ist alles ja weit weg, bis auf ein bisschen sauren Regen und ein paar Borkenkäfer ist bei uns doch alles in Ordnung oder?
Wie lange ist der Waldspaziergang in unserer Umgebung noch möglich, z.B. im Schmalfelder- oder Winsener Wohld, in den Heeder Tannen oder im Gehege Endern?

 

Landeswald darf nicht verkauft werden!

Ein Vortrag mit dem Thema"Ausverkauf des Waldes"fand am Freitag 19. Mai im Bürgerhaus Kaltenkirchen statt.
Informationen und kompetente Antworten konnte der Revierförster Racz im Rahmen eines Votrags geben.
Näheres finden sie in diesem
Bericht der Segeberger Zeitung vom 24.05.2006