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Biomasse: Müll oder Rohstoff

Informationen zum geplanten Biomasse-Kraftwerk Kaltenkirchen:
Was soll dort verbrannt werden?Es ist geplant, dort Altholz zu verbrennen. Altholz wird in folgende Kategorien eingeteilt (Definition nach "Verordnung über die Entsorgung von Altholz"):
Kategorie A I:
naturbelassenes oder lediglich mechanisch bearbeitetes Altholz, das bei seiner Verwendung nicht mehr als unerheblich mit holzfremden Stoffen verunreinigt wurde
Kategorie A II:
verleimtes, gestrichenes, beschichtetes, lackiertes oder anderweitig behandeltes Altholz ohne halogenorganische Verbindungen in der Beschichtung und ohne Holzschutzmittel
Kategorie A III:
Altholz mit halogenorganischen Verbindungen in der Beschichtung ohne Holzschutzmittel
Kategorie A IV:
mit Holzschutzmitteln behandeltes Altholz, wie Bahnschwellen, Leitungsmasten, Hopfenstangen, Rebpfähle, sowie sonstiges Altholz, das aufgrund seiner Schadstoffbelastung nicht den Kategorien A I, A II oder A III zugeordnet werden kann, ausgenommen PCB-Altholz.
In Kaltenkirchen sollen alle Kategorien verbrannt werden, auch die hochbelasteten A III und A IV!Wer teilt die Althölzer diesen Kategorien zu?Aus einem Leitfaden zur Gebrauchtholzverwertung des Bundesverbands der Altholzverwerter und Aufbereiter (BAV) geht hervor, das diese Einteilung hauptsächlich durch Sichtkontrollen, Geruchsprüfung oder durch Sortierung per Hand erfolgen soll. Wie erfolgreich kann eine solche Kontrolle sein???

100.000 Tonnen hochgiftige Bahnschwellen aus Glinder Altholzschredder nach Kaltenkirchen?
Die Firma Koops aus Glinde wird vermutlich E.ON/Brockmann mit geschredderten Bahnschwellen beliefern.
In Glinde, Kreis Stormarn, soll ein Schredder riesigen Ausmaßes für hoch schadstoffbelastetes Altholz, vor allem giftige Bahnschwellen, entstehen.
Die Firma Koops/AWZ, die dort schon 10.000 Tonnen hochbelastetes Altholz pro Jahr verarbeitet, plant gegen den massiven Protest der Anwohner eine Erweiterung der Schredderkapazität auf 100.000 Tonnen pro Jahr.
„Die Schnitzel [der Eisenbahnschwellen] werden per Lkw zu Verbrennungsanlagen im Raum Berlin gebracht; Öfen mit spezieller Technik, denn es handelt sich hier um Holz der höchsten Schadstoffklasse vier. Es enthält unter anderem Teeröle mit dem als krebserregend eingestuften Benzo(a)pyren.“ – Belastete Althölzer am Rande von Reinbek, Der Reinbeker, 14.4.03
Doch wahrscheinlich war der ursprünglich vorgesehene E.ON- Biomassekraftwerksstandort Stapelfeld als Abnehmer vorgesehen:
„Inzwischen ist bekannt geworden, dass die E.O.N. Kraftwerke GmbH ein 20-Megawatt-Biomasse-Kraftwerk in Kaltenkirchen plant, nachdem die Anlage in Stapelfeld am Widerstand des Kreises Stormarn gescheitert ist. In Kaltenkirchen begrüße die Kommune den Investor, betonte E.O.N. Für die Firma KOOPS/AWZ entstünde damit ein Abnehmer der belasteten Holzschnitzel in der Nähe.“ – 1000 Unterschriften gegen Altholzschredder, Der Reinbeker, 2.6.2003
Bei 100.000 Tonnen pro Jahr an geschredderten Bahnschwellen und einem Brennstoffverbrauch von 130.000 Tonnen pro Jahr für das geplante Kraftwerk, würde die für Kaltenkirchen geplante Anlage zu 77 % mit Bahnschwellen der höchstgiftigsten Altholzklasse IV befeuert werden. 100.000 t Bahnschwellen enthalten ca. 10.000 t hochgiftiges, krebserregendes Teeröl!!!!
Ist das Kraftwerk deshalb an den anderen geplanten Standorten (Lübeck, Stapelfeld) durchgefallen?
Die Firma Koops hat noch dazu einen Vertrag mit der Deutschen Bahn zur Abnahme der alten Bahnschwellen für ganz Norddeutschland, so dass ein fast endloser Nachschub an hochgiftigen Bahnschwellen gesichert ist! – Lohbrügge – Angst vor giftigem Staub, Hamburger Abendblatt, 2.6.03 sowie:
„Derzeit verarbeitet er [der Geschäftsführer von AWZ Glinde] 10.000 Tonnen Altholz dieser Kategorie [IV] in Jahr. Es läuft jedoch ein Antragsverfahren, die Menge zu verzehnfachen. Der Bedarf ist groß. Die Bahn reißt viele Strecken im Norden ab und die AWZ Glinde ist die einzige Firma im norddeutschen Raum, die alte Bahnschwellen für die Verbrennung vorbereitet.“ – Belastete Althölzer am Rande von Reinbek, Der Reinbeker, 14.4.03
Bahnschwellen, Altholzklasse IV, sind mit hochgiftigen Teerölen behandelt.
„Eine 26 Jahre alte Bahnschwelle enthält laut einer Studie aus der Schweiz noch 15 kg Teeröl und damit hohe Konzentrationen von Krebs erzeugendem Benzo(a)pyren.“ – Lohbrügge – Angst vor giftigem Staub, Hamburger Abendblatt, 2.6.03
Eine weitere Gefahr für Kaltenkirchen oder Nützen besteht, wenn die geplante Riesenschredderanlage in Glinde abgelehnt wird und dann hierher kommt- so wie das „Stapelfelder“ Kraftwerk.
Auf der Pressemitteilung von E.ON zum geplanten Kraftwerk in Kaltenkirchen wird jedenfalls ohnehin schon von Schreddern und Lagerung vor Ort geredet!