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A 20

Gesamtbetrachtung ist notwendig

Veränderung der Verkehrsbelastung durch A20

Verkehrsprognose 2025 der Landesplaner

Noch verbleiben einige Tage bis zum Ende der Einwendungsfrist am 29.10.2009.
Pro-Kaki hat die Planungs-Unterlagen eingesehen und ist auf eine Reihe kurioser Ergebnisse gestoßen.
Für Kaltenkirchen heißt das Motto der Planer anscheinend: rosa Brillen aufsetzen und Alles wird gut!
Wie die nebenstehende Grafik (Veränderung der Verkehrsbelastung durch A20) zeigt, ist auf allen Straßen in Kaltenkirchen und Umgebung, sogar auf der A7 mit weniger Verkehr zu rechnen.

1. Gesamtbetrachtung der beiden Projekte A 20 und A 7-Ausbau ist notwendig.
Der mit Spannung erwartete Bericht des Bürgermeisters argumentiert bezüglich des Lärms an der A7 ausweichend und ist zum Teil juristisch fragwürdig, denn es genügt nicht auf die Zuständigkeit anderer Planungen zu verweisen, solange für diese Planungen keine öffentliche Auslegung erfolgt ist.
Ein renommierter Fachanwalt für Verwaltungsrecht, der auch die Interessen der Umlandgemeinden vertritt, weist daher auf die Notwendigkeit einer Gesamtschau der beiden Projekte A 20 und A 7-Ausbau hin.

Der Bau des Autobahnkreuzes - und damit des Anschlusses der A20 an die A7 - gilt als wesentliche Änderung im Sinne des §1 Verkehrslärmschutzverordnung. In diesem Falle gelten strengere Grenzwerte, und ein aktiver Lärmschutz für Kaltenkirchen wäre notwendig; Schutzmaßnahmen für Kaltenkirchen sind jedoch keine geplant. Hinsichtlich der Immissionen erfolgte keine vollständige kumulative Betrachtung der beiden Projekte A 20 und A 7-Ausbau, obwohl gesundheitsgefährdende Gesamtbelastungen drohen.

2. Kuriose Ergebnisse der Verkehrsprognose
Die Einsichtnahme in die Verkehrsprognose, die den Planungen für die A20 zugrunde liegt, zeigt ein kurioses Ergebnis:
Im Gegensatz zu einer aktuellen Verkehrsuntersuchung der Kreise Segeberg und Pinneberg soll die Verkehrsbelastung auf der A7 im Bereich Kaltenkirchen bis 2025 um 400 Kfz/Tag abnehmen.

Das setzt aber voraus, dass der Bau der A20 über die A7 hinaus fortgesetzt wird, was eher unwahrscheinlich ist, und der Verkehr in Richtung Glückstadt und dann durch den neuen Elbtunnel fließt.
Natürlich gehen die Planer von einer Elbquerung bei Drochtersen aus. Doch die Planung ist unbezahlbar. Die derzeitigen Kostenschätzungen mit zwei Tunnelröhren liegt bei 1,4 Mrd. Euro. Ein Vergleich mit den Kosten für die „vierte Elbtunnelröhre“ zeigt, dass Kosten von 2,5 Mrd. Euro realistischer sind. Bei den knappen Kassen in Schleswig-Holstein und einer beschlossenen Schuldenbremse wird diese Planung nicht realisiert werden.
Endet die A20 aber mit dem Anschluss an die A7 dann haben wir in Kaltenkirchen den Super-Gau, denn dann fahren 28.300 Fahrzeuge zusätzlich über die A7. Dieses recht realistische Szenario ist in der Verkehrsprognose gar nicht berücksichtigt.

3. Weitere Kuriositäten der Verkehrsprognose: Verkehrsbelastung in Kaltenkirchen nimmt deutlich ab!
Der Zubringerverkehr von der Autobahn-Anschlussstelle (AS) Struvenhütten nach Kaltenkirchen und umgekehrt führt zwar durch Oersdorf, soll aber um 800 Fahrzeuge am Tag sinken!
Auch die Verkehrsbelastungen in Kaltenkirchen, Schmalfeld, Kattendorf oder Winsen nehmen durch den Bau der A20 ebenfalls deutlich ab.
Also, alles ist megasuper, der Verkehr auf der Schützenstraße und dem Oersdorfer Weg sinkt jeweils um 400 Kfz/Tag.

Ist die von vielen erhoffte wirtschaftliche Bedeutung der A20 für den Standort Kaltenkirchen in der Verkehrsanalyse nicht berücksichtigt oder der damit verbundene Verkehr völlig unterschätzt?
Eine Anbindung des Verkehrs über den neuen Autobahnzubringer Henstedt-Ulzburg/Kaltenkirchen-Süd ist zwar theoretisch möglich aber völlig unrealistisch und wird weder von Pkw noch von Lkw genutzt werden. Die kürzere und mautfreie Strecke führt durch die Schützenstrasse und den Oersdorfer Weg.

Die Belastung der Bürger durch Lärm und Schadstoffe wird jedoch zunehmen und das Gefahrenpotential für Kinder und Jugendliche insbesondere im Schulbereich ansteigen.
In diesen Fragen wird die Kaltenkirchener Verwaltung auf Empfehlung ihres Gutachters auch aktiv.

Pro-Kaki empfiehlt allen betroffenen Bürgern und Anwohnern schriftliche Einwendungen gegen diese Planung abzugeben. Informationen hierzu und eine „Mustereinwendung“ finden Interessierte demnächst auf unserer Internetseite.

Eine „Mustereinwendung“ kann nur eine Arbeitshilfe sein und hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit und Richtigkeit. Sie kann insbesondere eine individuelle Rechtsberatung nicht ersetzen. Die Verwendung des Musters kann daher auch keine Haftungsansprüche begründen.
Betroffene Bürger sollten Einwendungen abgeben, sonst droht ein vollständiger bzw. teilweiser Verlust der Abwehrrechte (sog. „Präklusion“). Dies gilt selbst dann, wenn andere Betroffene, z.B. die Gemeinde oder Ihre Nachbarn, zu den gleichen Themen einwenden.
Wir empfehlen daher, das Muster in jedem Fall individuell und möglichst umfangreich zu ergänzen und die Einwendungen fristgerecht und nachweisbar unter dem Az. LS 403-553.32-A20-140 entweder beim

Landesbetrieb für Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein
(Betriebssitz Kiel, - Anhörungsbehörde - , Mercatorstraße 9, 24106 Kiel)

oder aber
bei den Amtsvorstehern derjenigen Ämter einzureichen, in denen die Antragsunterlagen ausgelegen haben. Z.B. im Amt Leezen oder bei der
Amtsverwaltung Kaltenkirchen-Land
Schmalfelder Straße 9 direkt abzugeben
.

Hier gelangen Sie zur Mustereinwendung

 

Segeberger Zeitung vom 12.09.2009 berichtet

Der Lärm nimmt zu!
Die Segeberger Zeitung berichtet über die Bedenken und Vorschläge von Pro-Kaki zur A20

Den Streckenverlauf können Sie als pdf-Dokument anschauen unter Download

 

A20

Der Anschluss der A20 an die A/ wird geplant
Der Bau der A 20 scheint Kaltenkirchen auf den ersten Blick nicht direkt zu betreffen. Aber das täuscht, denn als Einwohner Kaltenkirchens sind wir durch den Anschluss der A20 an die bestehende A7 in mehrfacher Weise betroffen: Der Autobahnlärm in Kaltenkirchen wird deutlich steigen!
Mit dem Anschluss der A20 an die A7 ist im Bereich Kaltenkirchen bis 2020 mit einem Anstieg des Verkehrsaufkommens um 47% zu rechnen. Damit wird auch der Lärm um ca. 50 Prozent zunehmen.
Dieser Wert ergibt sich aus einer aktuellen Verkehrsuntersuchung der Kreise Segeberg und Pinneberg.
Ein deutlicher Anstieg des Verkehrsaufkommens auf der A7 ist offensichtlich, denn sonst wäre eine A20 ja überflüssig!
Bei den knappen Kassen, einer Situation, die sich auch in den nächsten Jahren nicht ändern wird, ist zudem nicht davon auszugehen, daß die A20 überhaupt über den Anschluß an die A7 hinaus verlängert wird. So verbleibt der zusätzliche Verkehr auf der A7.
Bereits heute haben wir -insbesondere im Westen Kaltenkirchens - ein Lärmproblem. Welche Lärmschutzmaßnahmen sind geplant angesichts des wesentlichen Anstieges des Lärmpegels?2.
Welche zusätzlichen Belastungen ergeben sich für die Wohngebiete Kaltenkirchens?
Durch die geplante Autobahnabfahrt Struvenhütten wird der Verkehr durch Oersdorf nach Kaltenkirchen zunehmen.

Welchen Weg werden die LKW‘s von der Ausfahrt Struvenhütten in das Kaltenkirchener Industriegebiet nehmen? Wie fährt wohl ein LKW mit dem Ziel Rostock aus dem Industriegebiet dann zur Auffahrt in Struvenhütten? Der Weg wird über die Bahnhofstraße, Neuer Weg, und Örsdorfer Weg führen. Sind diese Straßen für das zusätzliche Verkehrsaufkommen überhauptgeeignet?
Führen die Umleitungsstrecken durch Kaltenkirchen?
Für jeden Autobahnabschnitt sind Umleitungsstrecken geplant. Dann wird sich wohl der ganze Umleitungs-Verkehr durch die Schützenstraße und durch die Kaltenkirchener Innenstadt schieben müssen? Das ist dann Stadtmarketing der besonderen Form!
Einschränkungen im NaherholungsbereichDas Naherholungs- und Freizeitgebiet um die Schmalfelder Au, die Ohlau und den Ochsenweg, wird zerschnitten und versiegelt. Als Spaziergänger, Jogger, Fahrradfahrer oder Nordic Walker läßt sich das Gebiet im nördlichen Kaltenkirchen nur noch eingeschränkt nutzen.

In diesem Zusammenhang ist es unser Vorschlag den brachliegenden Truppenübungsplatz für Fahrradfahrer und andere Freizeitaktivitäten zu erschließen.Seit dem 1. September werden die Pläne für den Ausbau der A 20 im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens öffentlich ausgelegt. Mit diesem neuen Bauabschnitt soll die A 20 an die bestehende A7 angeschlossen werden.
Die Pläne liegen hier in Kaltenkirchen aus. Jedoch nicht im Rathaus, sondern im Gebäude des Amtes Kaltenkirchen an der Schmalfelder Straße 9. Wir empfehlen allen interessierten Bürgern diese Chance zu nutzen!
Auf unsere Anfrage hin prüft die Stadtverwaltung, was aus ihrer Sicht zum Schutz der Bürger möglich ist. Der Bürgermeister wird im nächsten Bau-und Umweltausschuss am 22.09.2009 dazu berichten.
Reinhard Bundschuh und Karl-Heinz Krause haben für Pro-Kaki bereits Einsicht in die Planungsunterlagen genommen, insbesondere in die lärmtechnischen Untersuchungen. Es bleiben viele Fragen und Bedenken und Lärmschutzmaßnahmen für Kaltenkirchen konnten wir nicht finden.

 

Wie bitte?

Kommentar zur diesjährigen Neujahrsansprache des Bürgermeisers:

Sollte ein Bürgermeister immer erst an den Faktor Wirtschaft und dann an die Bürger denken?
" Aus wirtschaftlicher Sicht wäre zu wünschen, dass die Autobahn 20 möglichst nahe an Kaltenkirchen vorbeigeht" verkündet der BM in seiner Neujahrsansprache. Das Vorbeileiten von Warenströmen von Ost nach West ist nicht automatisch ein wirtschaftlicher Vorteil für Kaltenkirchen; hierzu bedarf es einer Reihe weiterer Standortfaktoren. Aus wirtschaftlicher Sicht bietet die weiter von Kaltenkirchen entfernte "Nordbogen-Variante" genauso gute wirtschaftliche Perspektiven wie die geplante Trasse.
Neujahrsansprachen von Herrn Sünwoldt scheinen eine ganz eigene Gesetzmäßigkeit zu haben. 2006 sollte das Flughafenthema erfreuliche wirtschaftliche Perspektiven eröffnen.
Alleine es fehlt ein Konzept. 2007 ist es die Autobahn, und wo ist hier das Konzept. Wie sollen die Waren- und Dienstleistungsströme von Struvenhütten nach Kaltenkirchen fließen?
Oder soll der gewerbliche Verkehr über die Abfahrt Kaltenkirchen quer durch den Ort zu den Gewerbegebieten geführt werden?
Lebensqualität und die Gesundheit der Bürger sollten eigentlich immer im Vordergrund stehen. Der Wunsch nach stärkerer Verlärmung und weiterer Schadstoffbelastung ist nicht im Sinne der Menschen. Schon jetzt haben wir in Kaltenkirchen ein Lärmproblem. Die Stadt verfügt über kein Lärmschutzkonzept und ist bei Lärmschutzmaßnahmen bisher sehr zögerlich gewesen.
Aber um Herrn Sünwoldts Wunsch nach Ruhe vor der eigenen Haustür zu entsprechen, lassen sich sicherlich nette Wohnhäuser in Autobahnnähe finden, von deren Terrasse die Aussicht auf die A 20 genossen werden kann und lauschiges Rauschen der LKW das Ohr umspielt.

A 20 Trasse bei Schmalfeld

A 20

Der Bau der A20 führt
- unabhängig von der Trassenführung -
zu einer höheren Verkehrsfrequenz auf der A7 und damit auch Lärmbelastung!
Ländliche Freizeiträume werden zerschnitten!
Eine privat finanzierte Elbuntertunnellung bei Glückstadt ist reine Wunschvorstellung.
Dies ist in den bisherigen Gutachten für den Ausbau der A7 nicht berücksichtigt.
Daher sollte der Bau der A20 solage abgelehnt werden bis einerseits ein ausreichender Lärmschutz festgelegt ist und andererseits ein umfassender
Ausgleich für den Verlust an ländlicher Landschaft.

 

Vogelschutz im Bereich Schmalfelder Au
Der Lebensraumes und Brutbereiches verschiedenster Vögel –über 92 Arten wurden im Brutzeitraum festgestellt - im schützenswerten Bereich der Auenlandschaft wird durch eine mögliche Trassenführung der A 20 zerstört.
Von diesen Vogelarten sind zumindest 16 in der roten Liste Schleswig-Holsteins als gefährdet oder rar aufgeführt: Baumfalke, Braunkehlchen, Feldlerche, Gebirgsstelze, Großer Brachvogel, Heidelerche, Kiebitz, Neuentöter, Rebhuhn, Schafstelze, Wachholderdrossel, Wachtel, Weißstorch, Schwarzstorch und Uhu.