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Anti-Atomkraft

Atomkraft? Nein Danke!
Die Entscheidung der Bundesregierung, die Laufzeiten der Kernkraftwerke zu verlängern, ist nicht akzeptabel und verantwortlich für den erneuten Protest.
Der Rücktritt von FDP-Minister Brüderle ist überfällig!
In Baden-Würtemberg und in Rheinland-Pfalz haben FDP und CDU die Quittung unter anderem für eine verfehlte Energiepolitik im Bund erhalten!

Nach wie vor gilt: Die Kernenergie widerspricht den Grundkriterien der Nachhaltigkeit durch das Entstehen radioaktiver Abfälle deren sichere Endlagerungeine ungeklärte Frage bleibt. Die Vorfälle in der Lagestätte Asse II zeigen eindrucksvoll, dass nicht einmal die Lagerung über einen Zeitraum von 40 Jahren erfolgreich durchgeführt werden konnte - notwendig wären aber mehrere 10 000 Jahre bis zum Abklingen der Radioaktivität.

 

Brokdorf-Demo

hier ein Foto von Klaus Schmidt aus 197?
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Demo London 1980

Das Flugblatt stammt von einer Demo aus London 1980
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Foto: ntv 12.03.2011 - Supergau Fukushima



Das Ende der Atom-Illusion

Ein Kommentar von Jürgen Flauger
Jürgen Flauger ist Experte für die Energiebranche beim Handelsblatt.
Die Kühlsystene fallen aus, Anwohner werden evakuiert, es explodiert, es droht eine Kernschmelze. Die Lage im Kernkraftwerk Fukushima nach dem Mega-Erdbeben in Japan sind dramatisch. Noch sind Ursachen und Folgen nicht in all ihrer Tragweite absehbar. Eines ist aber schon jetzt klar: Die Katastrophe wird die Zukunft der Kernenergie nachhaltig beeinflussen. 
Für die Atombranche ist sie auf jeden Fall der GAU. Die immer wieder propagierte Renaissance der umstrittenen Technik könnte schon zu Ende gehen, ehe sie richtig eingesetzt hat.
Natürlich war das Erdbeben in Japan ein Naturkatastrophe, die in ihrer Heftigkeit nur wenig vergleichbares kennt. Und natürlich sind solche Erdbeben in anderen Regionen der Welt auszuschließen, insbesondere in Deutschland.
Die Katastrophe von Fukushima nimmt der Atombranche aber eine Illusion: Die, dass die Technologie, die solch großen Schaden für Mensch und Natur anrichten kann, in weitest gehendem Maße beherrschbar ist. Die Atomlobby hat nie behauptet, dass der Betrieb von Kernkraftwerken fehlerfrei sei. Im Gegenteil, sie hat Fehler und Probleme immer einkalkuliert. Sie müssten nur beherrschbar sein, lautete die Argumentation. Mit doppelt und dreifachen Sicherheitssystemen sollten Probleme aufgefangen werden. Ein GAU sei so auszuschließen.
Das Erdbeben in Japan und der Tsunami haben das Gegenteil bewiesen. Die Natur ist stärker als das Know-how der Menschen. Der Betreiber konnte die Folgen nicht mehr beherrschen, die Sicherheitssysteme brachen in einem nicht kalkulierten Maße zusammen, über Stunden hinweg gelang es den Mitarbeitern nicht sie wieder ans Laufen zu bringen - und letztlich müssen sie hilflos zusehen, wie sich die gewaltige Energie der Kernbrennstoffe ihren Weg bahnen.
Dabei liegt das Kernkraftwerk nicht in einem Entwicklungs- oder Schwellenland mit vielleicht fragwürdigen Sicherheitsstandards, sondern in Japan. Einem Staat mit größtem technischen Know-how. Hier sitzen einige der wenigen Konzerne, die überhaupt Kernkraftwerke bauen. Und auch das Risiko von Erdbeben war in dieser gefährdeten Region bewusst eingeplant. Aber eben offenbar nicht nicht groß genug.

Die Kritiker, die immer davor gewarnt haben, dass sich die Kernenergie nicht beherrschen lässt, haben recht gehabt - und die Befürworter sind einer Illussion beraubt. 

© 2010 Handelsblatt GmbH vom 12.03.2011