Pro-Kaki unterstütz die Idee den "alten Bahnhof" zu erhalten.

sz vom 16.08.2007
Kaltenkirchener. Alter Bahnhof wird doch nicht abgerissen

Kaltenkirchen – Der alte Bahnhof wird nun doch nicht abgerissen. Zudem wird bei der Bebauung rund um den neuen Bahnhof auf die zweite Parkpalette an der Straße Am Bahnhof – schräg gegenüber von Blumen-Wohler – verzichtet. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass der Investor seine noch fehlende Unterschrift unter den städtebaulichen Rahmenvertrag setzt. Das ist das Ergebnis von vertraulichen Gesprächen, die die Fraktionsspitzen von CDU und SPD am Mittwochnachmittag mit dem Bauherrn führten. Alles deutet nun darauf hin, dass das 30 Millionen Euro teure Einkaufszentrum auf der Brachfläche am neuen AKN-Bahnhof verwirklicht werden kann. Bis zuletzt hatte es einige Unklarheiten gegeben. Doch jetzt gilt es fast als sicher, dass Bauausschuss und Stadtvertretung in ihren Sitzungen am nächsten und übernächsten Dienstag grünes Licht für die Pläne geben, denn CDU und SPD stehen ihnen in jetzt vorliegender Form positiv gegenüber.
Während der öffentlichen Auslegung der Planung hatte es zahlreiche Einwände gegeben. Zuletzt war insbesondere moniert worden, dass der alte Bahnhof, eines der ältesten noch erhaltenen Gebäude der Stadt, dem Bagger zum Opfer fallen sollte, damit dort Parkplätze entstehen. Zudem habe der Bahnhof während der NS-Zeit eine schicksalhafte Bedeutung gehabt, weil hier Häftlinge des KZ-Außenlagers Nützen-Springhirsch „verladen“ wurden. Auch der Bau einer zusätzlichen Parkpalette war umstritten. Dazu kamen ungeklärte Vertragsverhältnisse.
Doch jetzt scheint die Kuh vom Eis zu sein. Im Gespäch mit den CDU- und SPD-Politikern hatte Vorstand Martin E. Schaer von der Matrix Immobilien AG aus Hamburg (die zum Firmenkomplex des Investors Tutela gehört und das Projekt verantwortet) am Mittwoch den Wünschen der Kaltenkirchener zugestimmt. Der Parkplatz über dem künftigen Sky-Markt – gegenüber der Polizei – wird nun über die Hamburger Straße und nicht mehr von der Straße Am Bahnhof angefahren.
Wie der CDU-Fraktionsvorsitzende Kurt Barkowsky und sein SPD-Kollege Manfred Feige erklärten, müsse der Investor allerdings noch den städtebaulichen Vertrag bestätigen. Sonst würde es keine Zustimmung zu den Plänen geben. Wie die Segeberger Zeitung vorab berichtet hatte, stellte war eine solche Vereinbarung noch nicht Vertragsbestandteil zwischen Stadt und Investor gewesen. In einem städtebaulichen Vertrag werden unter anderem Planungen festgeschrieben und Erschließungskosten festgelegt.
Überrollt von der jetzigen Entwicklung wurde Bürgermeister Stefan Sünwoldt (SPD). Er hatte bis zuletzt dafür plädiert, dass der alte Bahnhof abgerissen und eine zweite Parkpalette gebaut wird. Das sei für ihn der Planungsstand gewesen, und dafür habe er deshalb auch gekämpft, sagt er. Der neue Stand der Dinge sei ihm am Mittwochabend von SPD-Fraktionschef Feige mitgeteilt worden. Er sei jetzt nicht enttäuscht, sondern sehe darin eine Chance, für Kaltenkirchens Zukunft etwas Gutes zu gestalten.
In der Frage des städtebaulichen Vertrages hatte der Bürgermeister noch vor einigen Tagen davon gesprochen, dass keine Unterschrift fehle. Er sei davon ausgegangen - so Sünwoldt jetzt - dass der Investor automatisch die Rechtsnachfolge des Vorgängerunternehmens antrete; der Vertrag war 2005 von einem früheren Investor unterzeichnet worden, der sich dann aber zurückzog. Daher hielt der Bürgermeister eine neue Unterschrift nicht für zwingend erforderlich; die soll nun aber nachgeholt werden.
Der Bahnhof gehört formell noch der AKN. Der Kauf durch den Investor und die Stadt (ihr gehört dann ein Teil des Gründstücks) sei aber perfekt, sagte Bürgermeister Sünwoldt. Es müssten nur noch die Besitzumschreibungen erfolgen.
Die FDP begrüßt es, dass der alte Bahnhof erhalten bleibt, hält aber die Gesamtplanung weiterhin für überdimensioniert und lehnt sie deshalb ab. So sei der „Penny-Block“ viel zu groß, und von ihm ginge zu viel Lärm aus, bemängelt FDP-Vorsitzender und Bauausschussmitglied Michael Schneede. Auch stimme im Projekt das Verhältnis zwischen Wohnen, Handel und Gewerbe nach wie vor nicht.




Norderstedter Zeitung 08.08.2007

"Alter Bahnhof" mit Charme und Flair

Dass sich der Trägerverein der KZ-Gedenkstätte Kaltenkirchen für den Erhalt des "alten Bahnhofes" einsetzt, ist selbstverständlich.
Aber auch die Firma Matrix Immobilien AG als israelischer Finanzinvestor kann die Hinweise auf die NS-Vergangenheit und die historische Bedeutung des Bahnhofes nicht einfach ignorieren. Eine Änderung der Planung zum Erhalt des "alten Bahnhofes" sollte demnach auch im Interesse des Investors liegen. Parkplätze sowie Rad-und Fußwege können verlegt werden, historische Gebäude nicht.
Aber das sind nicht die einzigen Gründe, die für den Erhalt des "Alten Bahnhofes" sprechen. Zur Belebung des Umfeldes mit Charme und Flair sollte das alte Bahnhofsgebäude gerettet und in die Planungen mit einbezogen werden. Da Kaltenkirchen keine wirkliche Altstadt hat, bietet sich die einmalige Chance der Stadt ein unverwechselbares Gesicht zugeben. Und dieses Gesicht sollte kein lieblos zusammengewürfelter "Discounterplattenbau" sein.
Die Liste gemütlicher "alter Bahnhöfe" in anderen Orten ist lang von A wie Anderten durch das ganze Alphabet bis zum Alten Bahnhof in Z wie Zeven. In diesen und vielen anderen "alten Bahnhöfen" finden sich Cafes, Bistros, Kneipen, Restaurants oder Jugendtreffs. In Hamburg ist das Schachcafe ein gutes Beispiel für eine Nutzung.
Fahrgäste von Neumünster nach Hamburg oder Hamburg nach Neumünster werden - gerade in den späten Abendstunden - dankbar sein, in Ruhe und warm und sicher auf ihren Anschluss warten zu können.
Der "alte Bahnhof" ist ausreichend groß um beide Aspekte, Flair und Gedenken zu realisieren.
Geben wir dem „alten Bahnhof“ eine Chance der „Alte Bahnhof“ zu werden

Neugestaltung Bahnhofsumfeld

Alter Bahnhof Kaltenkirchen

Wir sind, wie viele Kaltenkirchener und Pro-Kaki-Mitglieder, nicht mit dem zufrieden, was bisher an „Stadtentwicklung“ für das Bahnhofsumfeld geplant war und man muss heute leider sagen, geplant ist.Wir haben uns deshalb vielfältig eingeschaltet und zu Wort gemeldet, in der lokalen Presse und vor allen Dingen auch in den verschiedenen Sitzungen der Stadtvertretung. Im Zuge der öffentlichen Auslegung im vorigen Jahr konnte Pro-Kaki wichtige Änderungen bewirken:
- 80 zusätzliche Fahrradparkplätze entstehen auf der Südseite des Bahnhofes
- die öffentliche Zuwegung wurde von 3,00 Meter auf 4,50 verbreitert. Durch einen farblichen Absatz im Pflaster wird eine Fahrradachse als Verbindung Hamburger Straße und der Straße " Am Bahnhof" geschaffen.
- Fahrradboxen werden berücksichtigt.
- die Begrünung des Parkplatzes wird deutlich verbessert.
So konnte zwar die Planung im Ganzen nicht verändert werden, aber wenigstens konnten wir zu Verbesserungen beitragen.
Mit den Stimmen der CDU und der SPD wurde 2006 die Bahnhofsbebauung auf den Weg gebracht. Die überarbeitete Planung wurde dann in diesem Jahr in namentlicher Abstimmung im Bau-und Umweltausschuß beschlossen.
Dennoch gibt es weiterhin Widerstand aus der Bevölkerung.